Worum es geht
Dieses Kapitel stellt den AK4V vor und erklärt die grundlegenden Sicherheitsregeln, die bei jedem Einsatz gelten. Der AK4V ist der Absetzkipper der leichten 4-t-Klasse (V-Linie). Er arbeitet mit Fanghaken und Teleskoparmen — nicht mit dem Spannteleskop-System der HAMMER- und MAXIMUS-Geräte.
Seine Besonderheit: Der Aufbau ist verbreiterbar. Über den Verschieberahmen wird die lichte Weite zwischen den Teleskoparmen hydraulisch von 1.670 mm auf 2.090 mm vergrößert. Dadurch kann ein und dasselbe Fahrzeug sowohl schmale Mulden nach DIN 30735 als auch breite Mulden nach DIN 30720 aufnehmen.
Der AK4V wird in zwei Steuerungs-Ausführungen gebaut: mit elektrischer Steuerung (Handsteuergerät am Kabel, auf Wunsch mit Funkfernsteuerung) oder mit mechanischer Handhebel-Steuerung am Aufbau. Beide werden in Kapitel 2 beschrieben.
Eckdaten
- Fahrgestell bis 9.000 kg zulässigem Gesamtgewicht
- Hublast ebenerdig 4.500 kg
- Hublast mit ausgefahrenen Teleskoparmen 2.800 kg
- Hublast bei Unterfluraufnahme 3.700 kg
- Hublast bei senkrechter Armstellung 4.000 kg
- Teleskoparmlänge ausgefahren 2.560 mm, Teleskopausschub 800 mm
- Aufnahme aus Entfernung bis ca. 900 mm hinter dem Fahrzeug
- Maximale Auskipphöhe bei Hochauskippung 1.400 mm
- Lichte Weite zwischen den Teleskoparmen 1.670 mm (eingefahren) bis 2.090 mm (ausgefahren)
- Aufbaubreite 1.930 mm (eingefahren) bis 2.350 mm (ausgefahren)
- Aufbaugewicht 950–1.050 kg (je nach Fahrgestell)
- Hydraulik 240 bar Betriebsdruck
- Geräusch im Bedienbereich unter 80 dB(A)
Die angegebene Hublast des Aufbaus ist nicht dasselbe wie die zulässige Nutzlast — diese ergibt sich zusätzlich aus dem jeweiligen Fahrgestell.
Geeignete Behälter
- Absetzmulden nach DIN 30735 mit 1,5–5,0 m³ Fassungsvermögen (schmal)
- Absetzmulden nach DIN 30720 mit 5,5–10 m³ Fassungsvermögen (breit)
- Paletten zum Transport von Stückgut
- Andere Behälter nur nach Absprache mit MEIER-RATIO
Alle anderen Verwendungen gelten als nicht bestimmungsgemäß.
Schritte
- Fahrzeug-Daten prüfen — Zulässiges Gesamtgewicht des Fahrgestells, aktuelle Hublast (je nach Einsatzart 4.500 / 2.800 / 3.700 / 4.000 kg) und Reichweite kennen. Hublastdiagramm beachten.
- Behälter-Norm prüfen — Nur freigegebene Mulden aufnehmen (DIN 30735 oder DIN 30720, siehe oben).
- Verkehrs- und Betriebssicherheit kontrollieren — Mindestens einmal pro Schicht. Bei erkennbaren Schäden oder Mängeln: Fahrzeug stilllegen, sichern und melden.
- Warnanzeige im Fahrerhaus beachten — Leuchtet die Lampe rot, sind die Hubarme noch nicht in Transportlage. Erst losfahren, wenn die Lampe aus ist.
- Umfeld absichern — Vor jedem Aufnehmen, Absetzen oder Kippen den Arbeitsbereich sichten. Die gegenüberliegende Seite über den Spiegel beobachten. Niemand darf im Arbeitsbereich stehen.
- Persönliche Schutzausrüstung anlegen — Witterungsgerechte Schutzkleidung, Sicherheitsschuhe, Warnkleidung — bevor der Fahrer aus dem Führerhaus steigt.
- Bedienung nur über die freigegebenen Steuergeräte — Handsteuergerät am Kabel, Funkfernsteuerung R-E-duction oder die Schalthebel am Aufbau. Keine sonstigen Eingriffe am Aufbau bei anliegendem Hydraulikdruck.
Sicherheitshinweise
- Auf- und Absetzen voller Mulden nur mit angezogener Handbremse und auf Ebenen bis 3 % Steigung. Bei größerem Gefälle muss das Fahrzeug talwärts zur Mulde stehen und zusätzlich durch zwei Vorlegekeile gesichert werden.
- Bei jeder Behälteraufnahme die Abstützungen ausfahren. Bei weichen Böden Unterlegplatten verwenden, damit die Stützfüße nicht einsinken.
- Das Kippen darf ausschließlich außerhalb des Fahrerhauses erfolgen (BGV A1) — anders als bei den HAMMER-Geräten ist das Abkippen aus dem Fahrerhaus beim AK4V nicht zulässig.
- Der Fanghaken ist in Transportstellung grundsätzlich nach oben zu schwenken.
- Vor der Fahrt: Abstützungen einfahren, Nebenantrieb bzw. Hydraulikpumpe ausschalten, Teleskoparme bei Leerfahrt einfahren.
- Mitnahme von Personen auf der Ladefläche ist verboten.
- Aufenthalt im Arbeitsbereich während des Arbeitsvorganges ist verboten — Quetschgefahr.
- NOT-HALT-Funktion — an den Handsteuergeräten durch gleichzeitiges Drücken von Ein- und Ausfahrtaste. Optional zusätzlich zwei NOT-HALT-Taster links und rechts am Aufbau. Wirkung: alle Bewegungen stoppen, die Hydraulik wird drucklos.
- Bei Hochauskippung den freien Raum über dem Fahrzeug prüfen — elektrische Freileitungen, Träger, Vordächer.
- Mit der Bedienung dürfen nur eingewiesene Personen beauftragt werden.
- Winterdienstbetrieb: Hubarme vollständig einfahren, sonst Korrosionsschäden an der Kolbenstange.

