Gewerbeabfallverordnung: Neue Regelungen, neue Potenziale!

Seit dem ersten August 2017 ist die neue Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) in Kraft getreten. Wer ist betroffen und wie kann die Abfallwirtschaft diese Verordnung für sich nutzen? In diesem Beitrag verraten wir es Ihnen!


Was ist die Gewerbeabfallverordnung?

Die Gewerbeabfallverordnung verpflichtet Betriebe aller Branchen dazu, ihre Abfälle direkt am Entstehungsort zu trennen. Darunter fallen unter anderen Metalle, Papier, Holz oder Glas (ausgenommen sind Elektrogeräte und Batterien). Auf diese Weise soll die Weiterverarbeitung bzw. das Recycling der Abfälle gefördert werden.

Für wen gilt die Gewerbeabfallverordnung?

Die Gewerbeabfallverordnung gilt sowohl für Besitzer als auch für Erzeuger von:

  • gewerblichen Siedlungsabfällen
  • Bau- und Abbruchabfällen

Was sind gewerbliche Siedlungsabfälle?

Insgesamt werden in Deutschland zurzeit etwa 3,6 Millionen Tonnen Gewerbeabfälle im Jahr produziert. Gewerbliche Siedlungsabfälle sind Abfälle, die in ihrer Zusammensetzung dem privaten Haushaltsmüll ähneln – darum werden sie manchmal auch hausmüllähnliche Gewerbeabfälle genannt. Der Unterschied liegt am Entstehungsort:

Im Gegensatz zum Haushaltsmüll entstehen gewerbliche Siedlungsabfälle u. a. in Büros, Arztpraxen, Kranken- und Pflegeeinrichtungen, Verwaltungen, Schulen, Kindergärten, Kasernen oder Gefängnissen.   

Sie werden in folgende Kategorien unterteilt:

  • Papier und Pappe
  • Glas
  • Textilien
  • Metalle
  • Kunststoffe
  • Farben, Klebstoffe und Kunstharze
  • Garten- und Parkabfälle
  • Sperrmüll
  • Abfälle aus öffentlichen Straßen, Plätzen und Parkanlagen
  • Abfälle aus der Kanalreinigung

Was sind Bau- und Abbruchabfälle?

Bau- und Abbruchabfälle nehmen mit etwa 200 Millionen Tonnen den größten Anteil am Gewerbemüll ein und bestehen aus Stoffen, die beim Rückbau von Gebäuden oder Straßen übrig bleiben.

Gewerbeabfallverordnung – was ist neu seit 2017?

Seit dem 01. August 2017 gilt die neue Gewerbeabfallverordnung (oder: Novelle der Gewerbeabfallverordnung). Diese löst die 15 Jahre alte Vorgängerin ab.

Erzeuger müssen nun gewerbliche Siedlungsabfälle aus Pappe/Papier, Kunststoff, Glas, Metall, Textilien, Holz und Bioabfällen getrennt aufbewahren und genau dokumentieren.

Gleiches gilt für Bau- und Abbruchabfälle. Sie müssen in folgende Kategorien getrennt werden:

  • Kunststoffe
  • Glas
  • Holz
  • Metalle
  • Bitumen
  • Dämmmaterial
  • gipshaltige Materalien
  • Fliesen und Keramik
  • Beton
  • Ziegel

GewAbfV: Welche Ausnahmen gibt es?

In folgenden Fällen ist die Anwendung der Gewerbeabfallverordnung nicht oder nur eingeschränkt möglich:

1. Nicht eingeschlossene Abfälle

Nicht berücksichtigt bei der Gewerbeabfallverordnung werden Batterien, Elektro- und Elektronikkaltgeräte. Hier gelten eigene Regelungen für die Entsorgung. Ebenso ausgeschlossen sind Abfälle, die in der gelben Tonne bzw. im gelben Sack entsorgt werden. Ausgeschlossen ist außerdem Bodenabraum, Baggergut, Steine oder Gleisschotter.

2. Technische Begrenzung

Die Mülltrennung gilt nicht für Betriebe, bei denen sie technisch nicht möglich ist. Beispielsweise ist nicht genügend Platz vorhanden, um Abfallcontainer aufzustellen oder die Behälter werden von verschiedenen Unternehmen gleichzeitig genutzt, so dass man nicht nachverfolgen kann, woher der Müll im Einzelnen stammt.

3. Wirtschaftlich nicht rentabel

Eine weitere Ausnahme berücksichtigt die Wirtschaftlichkeit für das Unternehmen. Ein Unternehmen ist von der Abfalltrennung ausgeschlossen, wenn es sich etwa bei geringen Müllmengen nicht lohnt. Sowohl bei dieser als auch bei der Ausnahme Nummer zwei muss das Unternehmen den Müll einer Gewerbeabfall-Vorbehandlungsanlage übergeben.

4. Getrennte Müllsammlung bis 90 Prozent

Wenn die getrennte Müllsammlung eine Quote von 90 Prozent erreicht, darf der restliche Müll unsortiert der Müllverbrennung überlassen werden.

5. Kleinere Baumaßnahmen

Kommen bei Baumaßnahmen weniger als 10 Kubikmeter Abfall auf, ist eine Dokumentation der Abfalltrennung nicht nötig. Allerdings muss der Müll dennoch sortiert und getrennt aufbewahrt werden.  

Die neue GewAbfV: Diese 3 Pflichten müssen Unternehmen erfüllen

Mit der neuen GewAbfV müssen Unternehmen eine Reihe von Pflichten erfüllen – die drei wesentlichen:

1. Dokumentationspflicht

Mit der Dokumentationspflicht sollen Gewerbetreibende nachweisen, dass Sie die GewAbfV eingehalten haben. Verwendet werden können hierfür z. B. Fotos, Lagepläne oder Belege (u. a. Liefer-, Abhol- und Wiegescheine).

2. Vorlagepflicht

Die Abfallbehörde hat jederzeit das Recht, die Dokumentationen über Ihre Abfälle zu erhalten. Je nach Behörde ist dies auf dem elektronischen Weg möglich.

3. Vorabbestätigungspflicht

Ist eine Trennung des Abfalls technisch oder wirtschaftlich nicht möglich, kann der Müll ausnahmsweise als Gemisch der Entsorgung übergeben werden. Dabei muss sichergestellt sein, dass dieser Abfall an eine sogenannte Vorbehandlungsanlage speziell für Gewerbemüll gelangt.

Der Gewerbetreibende muss sich dabei vorab beim Betreiber eine Bestätigung einholen, dass die Anlage ordnungsgemäß eingesetzt wird.

Mit welchen Folgen muss man bei Verstößen rechnen?

Wird eine ordnungsgemäße Dokumentationen oder die Vorlage von Dokumenten nicht eingehalten, können Bußgelder in Höhe von bis zu 10.000 Euro fällig werden. Werden Regelung der Mülltrennung oder die Abgabe von Müll bei Vorbehandlungsanlagen nicht befolgt, können Strafen von bis zu 100.000 Euro verhängt werden.

GewAbfV: So punktet die Abfallindustrie!

Bedeutet die Gewerbeabfallverordnung ein Mehrwert für Unternehmen, eröffnet sie für die Abfallbranche neue Chancen und Herausforderungen. Denn weitere Container müssen gekauft und bewegt werden. Eine breite Masse an Unternehmen sucht nach effizienten Lösungen, um Abfälle zu sortieren, zu lagern und abzutransportieren.

Neben der intelligenten Nutzung von Containern spielt dabei auch der Einsatz von Fahrzeugen eine immer wichtigere Rolle. So können beispielsweise Absetzkipper mit neuester Technik Container zeitsparend und zugleich materialschonend umsetzen. Außerdem lassen sich Container mit Hilfe der Hochentleerung in nur einem Vorgang kippen und wieder beladen – in 5 Minuten!

Fazit: Abfallverordnung – worin Sie jetzt investieren sollten!

Die neue Gewerbeabfallverordnung verpflichtet grundsätzlich alle Unternehmen dazu, Müll (Siedlungs-, Bau- und Abbruchabfälle) unterschiedlicher Sorten zu trennen und die Trennung entsprechend zu dokumentieren.

Dabei gibt es auch eine Reihe von Ausnahmen. Unternehmen können auf die Abfalltrennung verzichten, wenn diese wirtschaftlich und technisch nicht umzusetzen ist. Auch dies muss das Unternehmen durch eine entsprechende Dokumentation beweisen.

Es ist jedoch abzusehen, dass der Bedarf an Behältern wie Abfallcontainern enorm steigt. Unternehmen in der Abfallwirtschaft können ein höheres Umsatzvolumen erwarten. Zugleich benötigen Sie auch die entsprechende Technik, um effizient und ressourcenschonend zu arbeiten.

Eine der wichtigsten Investitionen sind nicht etwa bessere Container, sondern ein Absetzkipper, der diese Container sicher, schnell und ohne Verschleiß verarbeiten kann. Mehr Informationen und Potenziale verraten Ihnen die Mitarbeiter von MEIER-RATIO. Fragen Sie noch heute Ihre Beratung an!

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