Bußgeldkatalog für LKW: Info-Liste für Ihre Fahrer

Ob privat oder beruflich – Bußgelder sind immer ärgerlich und können mitunter das eigene Budget stark belasten. Außerdem kann ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung den zeitweisen Verlust der Fahrerlaubnis nach sich ziehen. Wer gut informiert ist, kann in der einen oder anderen Situation davor bewahrt bleiben. Erfahren Sie hier mehr.

Haben Sie immer wieder mit jungen oder neuen Fahrern zu tun, die sich nur unzureichend mit dem deutschen Bußgeldkatalog auskennen? Sind Sie selbst Fahrer und möchten sich auf dem Laufenden halten? Wer die folgen Vorschriften kennt, kann bares Geld und Ärger sparen!

Bußgeldkatalog: eine kleine Einführung für LKW-Fahrer

Der Bußgeldkatalog oder auch Anlage Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) legt fest, mit welchen Strafen Verkehrsteilnehmer bei einem bestimmten Verhalten rechnen müssen. Sie werden deutschlandweit angewandt.

Der Katalog unterscheidet zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern. So müssen beispielsweise LKW-Fahrer mit höheren Strafen als PKW-Fahrer rechnen, da auch das Gefahrenpotenzial von LKW-Fahrern (ab 3,5 t) für andere Verkehrsteilnehmer viel höher ist.

Die im Bußgeldkatalog festgelegten Bestrafungen können wie folgt aussehen:

  • Verwarnung
  • Geldbußen
  • Fahrverbote
  • Punkte in Flensburg

Geschwindigkeits-Grenzen: Welche Konsequenzen hat es, zu schnell zu fahren?

Das hängt ganz davon ab, wie hoch die Geschwindigkeit war, ob Gefahrgut transportiert wurden und an welchem Ort die Geschwindigkeit überschritten wurde. Besonders stark geahndet werden Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts, hier können unter Umständen bis zu 760 Euro fällig werden.

Ein Überblick zum Bußgeldkatalog 2018 Geschwindigkeiten:

Fahrzeuge
(über 3,5 t)

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

ohne Gefahrgut

20 - 680 Euro (innerorts)



15 - 600 Euro

(außerorts)

1 Pkt. ab 16 km/h

2 Pkt. ab 26 km/h



1 Pkt. ab 16 km/h

2 Pkt. ab 31 km/h

1 Monat ab 26 km/h

2 Monate ab 41 km/h

3 Monate ab 51 km/h


1 Monat ab 31 km/h

2 Monate ab 51 km/h

3 Monate ab 60 km/h

mit Gefahrgut

35 - 760 Euro

(innerorts)



30 - 680 Euro

(außerorts)

1 Pkt. ab 11 km/h

2 Pkt. ab 21 km/h



1 Pkt ab 16 km/h

2 Pkt. ab 26 km/h

1 Monat ab 21 km/h

2 Monate ab 31 km/h

3 Monate ab 41 km/h


1 Monat ab 26 km/h

2 Monate ab 41 km/h

3 Monate ab 60 km/h


Nähere Informationen finden Sie im Bußgeldkatalog 2018 Geschwindigkeiten.

Bußgeldkatalog: Welchen Abstand müssen LKW einhalten?

Ab einer Geschwindigkeit von 50 km/h müssen LKW einen Mindestabstand von 50 Metern zum nächsten Fahrzeug einhalten. Auf diese Weise sollen Unfälle und Staus vermieden werden. Schnell werden bei zu wenig Abstand zum Vordermann 80 Euro sowie ein Punkt in Flensburg fällig.

Tipp: Orientieren Sie sich auf der Autobahn an den Leitpfosten am Fahrzeugrand. Diese liegen jeweils genau 50 Meter auseinander.

Was sagt der Bußgeldkatalog zur Überladung von LKW?

Auch beim Thema Ladung sollten nicht nur die Fahrer, sondern auch die Fahrzeughalter genau aufpassen. Denn bei Überladung müssen auch diese mit Bußgeldern und Punkten in Flensburg rechnen. Hier unterscheidet man zwischen LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 7,5 t sowie darüber.

LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 7,5 t

Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 7,5 t kommt es auf das Mehrgewicht an. Ab einem Mehrgewicht von über 5 Prozent können für Fahrer und Halter jeweils 10 Euro fällig werden, bei über 30 Prozent müssen beide 235 Euro Strafe zahlen und erhalten zusätzlich einen Punkt in Flensburg.

LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t

Ab einem Gesamtgewicht von mehr als 7,5 t beginnen die Strafen bereits ab 2 Prozent Mehrgewicht. Den Fahrer erwartet dann eine Strafe von 30 Euro, der Halter in einer Höhe von 35 Euro.

Einen Punkt für beide gibt es schon bei über 5 Prozent Mehrgewicht zuzüglich einer Strafe von 80 Euro (Fahrer) bzw. 140 Euro (Halter). Mehr als 30 Prozent Mehrgewicht zieht ein Bußgeld von 380 Euro (Fahrer) bzw. 425 Euro (Halter) sowie jeweils einen Punkt in Flensburg nach sich.

Was sagt der Bußgeldkatalog zum Thema Ladungssicherung?

Das Thema Ladungssicherung spielt vor allem bei Fahrzeugen wie Abroll- oder Absetzkippern eine wichtige Rolle. Der Bußgeldkatalog hat eine Reihe von Verstößen und Strafen bei unzureichender Sicherung definiert, zusammengefasst:

  • Die Ladung verursacht Lärm, den man durch ordnungsgemäße Sicherung hätte vermeiden können.
  • Die Ladung ist zu breit/ lang/ hoch.  
  • Die Ladung ist nicht ausreichend am Fahrzeug gesichert und gefährdet die Verkehrssicherheit (Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer) bzw. hat die Sicherheit bereits gefährdet.

Verstöße können hier ein Bußgeld von bis zu 240 Euro sowie jeweils einen Punkt in Flensburg nach sich ziehen. Darum ist es sinnvoll, sich genauer mit dem Thema Ladungssicherung auseinander setzen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Info-Guide zum Absetzkipper.  

LKW Lenk- und Ruhezeiten

Wenn man die Lenk- und Ruhezeiten nicht einhält, kann dies schnell mal dicke Luft mit dem Chef bedeuten. Denn unterschreitet man die tägliche Ruhezeit oder Lenkzeitunterbrechung, zahlt nicht nur der Fahrer, sondern auch der Unternehmer.

Ein Beispiel: Wenn man die Ruhezeit um mehr als 3 Stunden verkürzt, muss der Fahrer 60 Euro und der Unternehmer das Dreifache zahlen, also 180 Euro. Bei der Lenkzeitunterbrechung kommt es auf jede Minute an: Eine Verkürzung von bereits unter 15 Minuten kosten den Fahrer 30 Euro, Unternehmer zahlen 180 Euro Strafe.

Zahlen muss man auch, wenn man die zulässige Tageslenkzeit überschreitet oder die Fahrerkarte bei Prüfung nicht vorlegen kann. Teuer wird es außerdem, wenn man die Wochenruhezeit im LKW oder an einer Stelle verbringt, in der es keine geeignete Schlafmöglichkeit gibt – hier zahlt der Fahrer schnell einmal bis zu 500 Euro, der Unternehmer muss unter Umständen bis zu 1.500 Euro hinblättern.

In diesen 3 Fällen droht Überholverbot

Ein Überholverbot liegt in drei Fällen vor:

  1. Ein LKW von über 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht missachtet das Verkehrzeichen 277 nach Anlage 2 zu § 41 StVO. Bis zur Aufhebung dieses Schildes darf das Fahrzeug andere Verkehrsteilnehmer nicht überholen. Wird man dennoch erwischt, muss der Fahrer 70 Euro bezahlen und erhält einen Punkt in Flensburg.
  2. Ein LKW überholt, behält dabei jedoch die Geschwindigkeit des überholten Fahrzeugs bei. Dieses sogenannte Elefantenrennen zieht ein Bußgeld von 80 Euro sowie einen Punkt in Flensburg nach sich.
  3. Überholt ein LKW von 7,5 t, obwohl die Sicht durch schlechte Witterungsverhältnisse weniger als 50 Meter ausmacht, drohen eine Strafe von 120 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.

Fazit zum Bußgeldkatalog für LKW

Der Bußgeldkatalog LKW legt eine Reihe von Verstößen und Strafen fest, die die Sicherheit im Straßenverkehr bedrohen können. Geldstrafen und Punkte in Flensburg können nicht nur den Fahrer selbst, sondern auch den Fahrzeughalter bzw. den Unternehmer treffen.

Wer hier Ärger vermeiden möchte, sollte seine Fahrer regelmäßig für das Thema Verkehrssicherheit und Ladungssicherung sensibilisieren.

Der Gesetzgeber hat wichtige Änderungen für die Ladungssicherheit von Abroll- und Absetzkippern beschlossen. Sind Ihre Fahrzeuge sicher? Kommen Sie mit uns in Gespräch!

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