Abrollkipper kaufen – eine Frage des Systems

Wer beabsichtigt, in absehbarer Zeit einen neuen oder gebrauchten Abrollkipper zu kaufen, hat viel zu bedenken. Welche der zahlreichen Ausstattungsvarianten, die von den Herstellern für die Fahrgestelle angeboten werden, ist für mich sinnvoll? Wie gelingt es mir, die maximale Ladehöhe von 4 Metern einzuhalten, wenn das Fahrzeug beladen ist? Welche Nutzlast und welche Motorleistung benötige ich? Auf welchen Untergründen bin ich unterwegs? Nur wer sich bereits im Vorfeld Gedanken macht, kann am Ende vermeiden, dass schließlich teure Um- oder Nachrüstungen auf ihn zu kommen. In diesem Beitrag finden Sie Informationen über einige neue Trends, die Ihnen bei der Wahl eines neuen oder gebrauchten Abrollkippers – auch Abroller-LKW genannt – behilflich sein können.

Abrollkipper im Wandel

In den letzten Jahren sind im Bereich der Nutzfahrzeuge verschiedene Trends zu erkennen. Zum einen ist zu beobachten, dass sich das Downsizing immer weiter durchsetzt. Außerdem gibt es das Bestreben, die Aufbauten der Fahrzeuge immer leichter zu machen. Und am Ende wird von vielen Herstellern immer mehr Elektronik verbaut. Betrachten wir diese Themen einmal genauer:

Stichwort Downsizing bei Abrollkippern

Unter „Downsizing“ oder „Downgrading“ versteht man nichts anderes als den Einbau von Motoren mit geringerem Hubraum, ohne die Leistung des Fahrzeugs wesentlich zu verringern. Ein Thema, das gerade von Fuhrparkmanagern häufig diskutiert wird. Durch diese kleineren Motoren sinkt der Kraftstoffverbrauch, was natürlich auch die CO2-Bilanz des Fahrzeugs verbessert und so die Umwelt schont. Die inzwischen immer mehr verbreitete Ad-Blue-Technologie zur Abgasreinigung tut ihr Übriges, um die Luftbelastung zu vermindern. Auch sind Downsizing-Motoren deutlich leichter. Außerdem sind die Anschaffungskosten bei Fahrzeugen mit geringerem Hubraum in der Regel geringer.

Wie so vieles im Leben hat aber auch diese Entwicklung einen Haken: Nicht nur, weil der tatsächliche Verbrauch der Abrollkipper mit Downsizing-Motoren deutlich höher als der angegebene ist. Sondern auch, weil es über die Haltbarkeit der Aggregate noch keine Langzeitstudien gibt. Zwar betont Carsten Graf vom ADAC-Technikzentrum Landsberg, dass es in Sachen Haltbarkeit nicht auf den Hubraum, sondern auf die Materialqualität von Kolben und Laufbuchsen ankomme. Ganz sicher sein kann man sich da aber nicht.

Stichwort Gewicht von Abrollkippern

Auch der Wunsch, Abrollkipper mit möglichst wenig Gewicht einzusetzen, ist für jeden Unternehmer nachvollziehbar. Je leichter das Fahrzeug ist, desto höher darf die Nutzlast sein. Auch senkt sich der Treibstoffverbrauch, weil schlicht und einfach weniger Masse bewegt werden muss. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn Qualität hat nicht nur ihren Preis, sondern auch ihr Gewicht! Zum Teil lässt sich Gewicht einsparen, ohne Belastbarkeit einzubüßen, indem Stähle mit höherer Legierung verwendet werden. Doch diese Methode kennt ihre Grenzen. Beachten Sie, dass eine zu starke Konzentration auf das Gewichtsargument zu häufigeren Schäden, Brüchen und Materialermüdungen führen kann. Die Folge sind dauernde Wartungen und Reparaturen, die zu Ausfallzeiten führen. Und so lange das Fahrzeug in der Werkstatt steht, verdient es keinen Cent und erhöht im Gegenteil die Unterhaltungskosten. Informieren Sie sich daher besser schon im Vorfeld Ihrer Bestellung beim Hersteller Ihrer Aufbauten.

Stichwort Elektronik in Abrollkippern

In den letzten Jahren hat es sich abgezeichnet, dass bei Abrollkippern immer mehr Elektronik verbaut wird. Einerseits, um den Bedienkomfort zu erhöhen. Andererseits, um die Hydraulik zuverlässig zu steuern und den Container zu bewegen. Diese elektronische Steuerung der Hydraulikventile hat sich jedoch als störanfällig erwiesen und kann zu längeren Ausfallzeiten führen. Ist bei einer pneumatischen Ventilsteuerung, die weniger empfindlich als eine elektronische ist, einmal ein Ventil defekt, lässt es sich vom Fahrer innerhalb von wenigen Minuten austauschen. Bei einer elektronischen Steuerung ist ein teurer Werkstattaufenthalt nicht zu vermeiden. Dabei geht natürlich nicht nur die Reparatur ins Geld: In der Bilanz ist immer auch der Verdienstausfall einzurechnen. Auch Elemente wie die Fernbedienungen, die Leitungen zu den Ventilen oder die Überwachungsaggregate sind heute elektronisch gesteuert und damit eine mögliche Ursache für Defekte. Bei Abrollkippern von namhaften Herstellern wie Meier-Ratio arbeiten selbst die Knicksicherungen mechanisch. Daher sind sie besonders langlebig, wartungsarm und haltbar.

Um den harten Belastungen des Arbeitseinsatzes gerecht zu werden, ist natürlich nicht nur die Materialgüte entscheidend. So sind auf dem Markt Modelle erhältlich, die mit einer besonderen Konstruktion des Kippschiffs überzeugen. So werden kinematische Vorteile beim Bewegen des Containers genutzt, die auch zu einer Schonung des Materials durch geringere Belastung beitragen.

Ein weiteres Kaufargument: die Lieferzeit

Die Praxis hat gezeigt, dass es phasenweise immer wieder zu Lieferengpässen bei Abrollkippern kommt. Gerade, wenn Auftragsspitzen der Anschaffungsgrund für einen neuen Abrollkipper sein sollten, spielt die Lieferzeit eine besondere Rolle, denn wer Aufträge absagen muss, steht in Zukunft ganz schnell ganz hinten auf der Liste potenzieller Zulieferer. Daher sollten Sie sich bereits frühzeitig informieren, welches Unternehmen Ihnen rechtzeitig ein nach Ihren Wünschen konfiguriertes Fahrzeug liefern kann.

Ein Fazit zum Kauf von neuen oder gebrauchten Abrollkippern

Es gibt zahlreiche Kriterien, die beim Kauf eines Abrollkippers entscheidend sind. Viele Modelle sind heutzutage mit kleineren, aber ebenso leistungsstarken Motoren ausgestattet, deren Haltbarkeit heute noch nicht endgültig abzuschätzen ist. Es existieren keine Langzeitstudien, die nachhaltig belegen können, dass sie beim dauerhaften Einsatz auch unter anspruchsvollsten Bedingungen an die Laufleistung größerer Motoren herankommen. Auch die Treibstoffersparnis fällt meist geringer aus als erwartet.

Auch zeigt sich ein deutlicher Trend zu immer leichteren Fahrzeugen. Sie bieten den Vorteil, mehr Ladung aufnehmen zu können, ohne das zulässige Gesamtgewicht des Abrollkippers zu überschreiten. Doch sollte man bedenken, dass Gewichtseinsparungen beim Fahrzeug häufig auch mit spürbarem Materialverschleiß einhergehen. Weniger Gewicht bedeutet eben oft auch schmalere und weniger belastbare Komponenten. Diese können zu Beschädigungen führen, die für häufigere Werkstattaufenthalte sorgen, viel Geld kosten und die Verfügbarkeit des Fahrzeugs einschränken.

Bei der Elektronik gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Elektronik ermöglicht zwar einen höheren Bedienkomfort. Mit pneumatischen Systemen sind Unternehmer aber in der Regel besser bedient. Sie sind weniger verschleißanfällig, leichter zu reparieren und so auf Dauer günstiger, da seltener Reparaturkosten anfallen und das Fahrzeug auf der Straße Geld verdienen kann, statt in der Werkstatt welches zu kosten. Auch die Lieferzeit sollte ein Käufer von Abrollkippern im Hinterkopf behalten. Einige Händler kaufen Fahrzeuge auf Vorrat, um auch bei Bedarfsspitzen schnell handeln zu können. Informieren Sie sich am besten gleich bei einem Vertriebsmitarbeiter!

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